vhs Bremen: „Smart Phone – smart genutzt“ – Soziale Netzwerke und Medienkompetenz

von Katharina Reinhold

Hetze, Provokation und Mobbing - Muss das sein? Während eines dreitägigen Workshops der Bremer Volkshochschule beschäftigten sich Jugendliche vom 19. bis 21. März 2018 mit sozialen Netzwerken und verarbeiteten ihre Gedanken und Ideen in eigenen Kurzfilmen.

© Kirikk Kniazev / flickr.com

Mobbing, Unwahrheiten und Gerüchte

Cybermobbing, Gerüchte und Diffamierungen stehen in sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten an der Tagesordnung. Damit setzten die Teilnehmer*innen sich zu Beginn des Workshops auseinander. Dabei spielten schulische ebenso wie außerschulische Anlässe eine Rolle. Auch Hetze in sozialen Netzwerken, Provokation und Beleidigung sowie das gezielte Verbreiten von Unwahrheiten in verschiedenen analogen und digitalen Netzwerken wurden angesprochen. Die Teilnehmer*innen reflektierten Muster und Strukturen solcher Hetzkampagnen und gezielt gestreuter Falschmeldungen.

 

Persönlichkeitsrechte

Bevor die Schüler*innen eigene Filme und Clips drehten, standen auch vor dem Hintergrund der Themen Mobbing und Diffamierung zunächst Persönlichkeitsrechte (Recht am eigenen Bild bzw. Ton) und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung auf dem Programm. Ein Input des Referenten bildete die Grundlage für die Erarbeitung gemeinsamer Umgangsregeln während der Projekttage. Gleichzeitig kamen hier bereits konkrete Themen und Problematiken zur Sprache, die im weiteren Workshopverlauf bearbeitet wurden.

 

Vorbereitung der Filmdrehs: Ideen und Anwendungen

In selbstgewählten Kleingruppen erarbeiteten die Schüler*innen Ideen für Kurzfilme und Clips, die zu Skripten verarbeitet wurden. Durch die weitgehend eigenständige Themenfindung war es allen Beteiligten möglich, ihre Ideen einzubringen und ihre Bedürfnisse zu formulieren.

Danach wurden die ersten Probeaufnahmen gemacht und die Schüler*innen lernten verschiedene Apps zum Bearbeiten des Filmmaterials kennen. Innerhalb der Gruppen wurde im Zuge dieser Arbeit angeregt über das Veröffentlichen von eigenen Bildern und Filmen diskutiert. Die Jugendlichen zeigten ein hohes Maß an Problembewusstsein und eine Skepsis gegenüber den weit verbreiteten (Selbst-)Darstellungszwängen in sozialen Netzwerken.

 

Videoclips

Weitgehend selbstständig entwickelten die Jugendlichen sowohl Videos, die Geschichten erzählten, als auch Erklärvideos. Sie gingen dabei meist von ihren eigenen Erfahrungen oder realistischen Situationen aus und entwickelten sie zu Geschichten weiter. Besonderen Wert legten die Schüler*innen in den Videos auf die emotionalen Folgen für Betroffene von Mobbing, Rassismus und/ oder Ausgrenzung, und sie zeigten auch mögliche Lösungen auf. Dabei legten sie viel Wert auf Details. Die Skripte wurden immer wieder überarbeitet und Szenen mehrfach gedreht, bis die jeweilige Gruppe mit ihrem Ergebnis zufrieden war.

Projektleiter Andreas Ebert zeigt sich erfreut darüber, wie fokussiert und engagiert die Jugendlichen an ihren Projekten arbeiteten. Es sei allen gelungen, Filme zu entwickeln, die ihre Botschaft vermitteln und den Zuschauer persönlich ansprechen. Dabei seien die Filme gut verständlich und zudem sehr professionell erarbeitet.

 

Fazit der Veranstalter

Andreas Ebert sagt über das Seminar: „Da digitale Medien in der Lebenswelt der Schüler*innen eine große Rolle spielen, waren sie hochmotiviert. Soziale Themen im Rahmen eines Medienprojekts mit Jugendlichen zu besprechen und aktiv mit ihnen daran zu arbeiten, empfinden wir als eine gute Möglichkeit, die Schüler*innen mit einem hohen Wirkungsgrad zu erreichen. Sie erzählen ihren Eltern, Freund*innen und Mitschüler*innen von den Filmen und werden somit zu Multiplikator*innen für die Auseinandersetzung mit den Themen.“

Deutscher Volkshochschul-Verband
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